AEW Gesprächsgruppe (Members)
Wohlbefinden und Empowerment Gesprächsführung Arbeitsgruppe
Hier findet ihr Informationen zum Ablauf, Termine, Links sowie Aufzeichnungen
AEW-G-Termine
08.08.23, 14:00 – 15:30 Uhr
29.08.23, 14:00 – 15:30 Uhr
11.09.23, 8:00 – 9:30 Uhr
26.09.23, 8:00 – 9:30 Uhr
Aufzeichnungen
Hier sind alle Aufzeichnungen unserer Treffen zu finden.
Zu den AufzeichnungenRessourcen
Hier sind Ressourcen zu unseren Treffen zu finden.
Zu den RessourcenGenerelle Informationen
Priming/Vorbereitende Information Collapse BeispieleVisualisierung der Urlaubsdauer*
*für junge Menschen müssen in Form, Handhabung, etc. an die Bedarfe und Interessen angepasst entwickelt werden; fremdbestimmte und übergestülpte Visualisierungen stellen kein Priming dar und haben oft gegenteiligen Effekt..
Fotokarton/Poster/Bild mit großen Kästchen für alle Urlaubstage (nummeriert), Reisetage eingeschlossen und bereits eingezeichnet (z.B. Auto/Abfahrt, Flugzeug/Abflug). Abends/am nächsten Tag zeichnet ein Elternteil prägnante Momente des Tages in das Kästchen. Der Tag wird zusätzlich abgehakt/durchgestrichen/farblich gekennzeichnet.
Ich biete als Teil meiner Arbeit Priming und ähnliche vorbereitende Informationen an. Mit Priming sind (oft visuell aufbereitete), vorbereitende Informationen über wichtige Aspekte von bevorstehenden Anlässen gemeint. Oft beziehen sich diese Informationen auf den Ablauf, auf potenziell teilnehmende Personen und auf mögliche Abweichungen.
Vor allem für autistische Personen, aber auch für anders neurodivergente Personen, sind Informationen zu einigen Aspekten von bestehenden Anlässen wichtig. Für Personen, die visuell verarbeiten, können Fotos von Örtlichkeiten und teilnehmenden Personen im Vorfeld hilfreich sein.
Ich biete Information im Sinne von Priming in meiner Arbeit an, weil zum einen viele der Personen, mit denen ich arbeite, selbst autistisch/anders neurodivergent sind (und das bereits wissen oder erst später entdecken).
Darüber hinaus ist es mir insgesamt ein Anliegen, neuronormative Abläufe und Erwartungen rundum Kommunikation, Treffen und Austausch aufzubrechen und Neurodivergenz-informierte Dynamiken vorzumachen (Modelling) und zu ermöglichen. Viele Situationen und Veranstaltungen – insbesondere Online-Veranstaltungen mit mehreren Personen – beinhalten Barrieren und es ist mir ein großes Anliegen, diese in meiner Arbeit zunehmend anzuerkennen und abzubauen. Dazu gehören Angebote von Priming und andere vorbereitende Informationen.
Unterschiedliche Kommunikationswege ExpandTreffen werden größtenteils per Zoom-Call stattfinden. Das beinhaltet an sich bereits Barrieren für Personen. Daher werden wir verschiedene Modalitäten ausprobieren – hier freue ich mich über Feedback.
Phasenweise werden wir alle die Kameras ausmachen und Chatten – weil dadurch andere Dynamiken möglich werden.
Teilnehmende können ihre Kameras anmachen oder auslasse.
Teilnehmende können per Gruppenchat teilnehmen oder mir direkt schreiben. Nachrichten, die mit „VORLESEN“ markiert sind, lese ich vor. Nachrichten, die mit „ANONYM“ markiert sind, wandle ich ab. Nachrichten, die mit „NICHT-VORLESEN“ markiert sind, lese ich nicht vor. ich wiederhole das am Anfang der SitzungenTeilnehmende können per Text-to-Speech App teilnehmen oder per einen visuellen Filter (z.B. https//snapcamera.snapchat.com/download) benutzen.
Es kann sein, dass auch ich mal nicht sprechen kann und dann per Chat/Text-to-Speech App teilnehme oder einen visuellen Filter benutze.
Teilnehmende können mir im Vorfeld Nachrichten mit für das Treffen relevante Informationen, Anliegen, Fragen oder Kommentaren schicken.
Zusätzlich können Personen, die an Treffen nicht (aktiv) teilnehmen können im Vorfeld Sprachnachrichten/Videonachrichten schicken, die ich bei dem nächsten Treffen für alle abspiele.
Wir brauchen unterschiedliche Kommunikationswege
Technischer Support
Expand
Bei technischen Schwierigkeiten, kontaktiert bitte Anke per Email oder über Signal.
Begleitende Ressourcen ExpandWer an einer Signal Chat Gruppe teilnehmen möchte, kann mir kurz eine Nachricht oder Email mit der Info „möchte an der Signal Chat Gruppe teilnehmen“ schreiben. Je nach Bedarf werden weitere Austauschmöglichkeiten dazu kommen.
Feedback ExpandGerade für diese Gruppenarbeit ist mir Feedback wichtig, damit ich sie an Bedarfe und Hürden anpassen kann. In den nächsten Wochen findet ihr hier mehr Information zu Feedbackmöglichkeiten. Für den Anfang starten wir mit der Info, dass mir wichtig ist, was Euch hilft/was angenehm ist/war, und auch, was sich doch nicht angenehm/was sich zu viel angefühlt hat.
Über eure/unsere Kinder sprechen ExpandEin Resultat von Adultismus ist, dass die Privatsphäre und Würde von jungen Menschen generell weniger berücksichtigt wird und normalisiert ist, dass Menschen weniger respektvoll – manchmal sogar zur Belustigung, manchmal verärgert – über private Momente von den jungen Menschen in ihrem Leben erzählen, schreiben, publizieren, Aufnahmen von jungen Menschen (ohne Rücksprache) teilen, etc. Zentriert wird oft nicht das Erleben/das Anliegen der jungen Menschen, sondern die Gefühle/Gedanken/Perspektive der erzählenden älteren Person.
Ein Resultat von Ableismus ist, dass die Privatsphäre und Würde von autistischen/behinderten Personen weniger berücksichtigt wird und normalisiert ist, dass Menschen aus Ihrem Umfeld weniger respektvoll – manchmal sogar zur Belustigung, manchmal verärgert – über private Momente der autistischen/behinderten Menschen in ihrem Leben erzählen, schreiben, publizieren, Aufnahmen von jungen Menschen (ohne Rücksprache) teilen, etc. Zentriert wird oft nicht das Erleben/das Anliegen der autistischen/behinderten Person, sondern die Gefühle/Gedanken/Perspektive der erzählenden älteren Person.
Beides kommt besonders problematisch und bevormundend zusammen, wenn über autistische/neurodivergente junge Menschen gesprochen wird. Außerhalb von Neurodivergenz-informierten Räumen ist und war es gängig, dass ausschließlich ÜBER autistische Personen gesprochen wurde und wird bzw. darüber, wie belastend/anstrengend das Leben mit autistischen/neurodivergenten (jungen) Menschen ist.
Es ist wichtig, diese Dynamiken aufzubrechen.
Gleichzeitig ist es gerade im Sinne des Neurodiversitätsmodell wichtig, dass gezielte Bildungsarbeit und Neurodivergenz-informierte und diskriminierungskritische Unterstützung an das Umfeld von autistischen/neurodivergenten jungen Menschen adressiert wird, damit Barrieren dort abgebaut und angemessene Unterstützung angeboten werden kann.
Es ist mir daher ein großes Anliegen, Wege zu etablieren, in denen wir diskriminierungskritisch in einen Austausch kommen können, in denen Erlebnisse unserer jungen Menschen zentriert werden, in denen gängige Narrationen hinterfragt werden und in der Privatsphäre berücksichtigt wird. Es ist mir auch ein Anliegen, auf dieser Basis Raum für Austausch, für Verständnis (auch füreinander), für Verbindung zu ermöglichen.
Häufig wähle ich für Gruppensituationen daher den Weg, dass Teilnehmende Anliegen per Chat an mich/mein Team schicken und ich/wir diese anonymisiert und gegebenenfalls angepasst in das Gespräch einbringen.
Auch – oder besonders – wegen diesem Aspekt ist es mir für unsere Gruppenarbeit wichtig, dass es ein vertrauter, kleiner Rahmen mit zumindest mir bereits bekannten Personen ist.
Ich denke, dass das noch mal eine Möglichkeit bietet, dass wir in DIESER Runde ein bisschen anders, ein bisschen offener Reden, als ich das ansonsten in Runden ermöglichen möchte.
Dennoch denke ich auch hier weiter über Wege nach, die Selbstverständlichkeit, wie wir ÜBER unsere jungen Menschen reden, durchzubrechen. Eine Denkpause zu setzen.
Und gleichzeitig auf DIESER Basis Wege für mehr Gemeinsamkeit, für mehr tatsächlichen Support, raus aus der Isolation etc. zu finden.
Dazu gehört auch, dass ich immer wieder in Check-Ins mit Euch abspreche, welche der Themen und Anliegen, die ich von Euch kenne – Euch selbst betreffend, die jeweiligen jungen Menschen betreffend, Situation in Schule/Kita/Diagnostik und drumherum betreffend – in Eurem Sinne in der Gruppensituation angesprochen werden können.
Durchbrechen von ausschließenden Strukturen, u.a. durch Aufzeichnungen ExpandAus vielen Gründen sind Eltern oder zumindest ein Elternteil für viele Eltern oder ein Elternteil autistischer/neurodivergenter Personen sind/ist häufig die „safe person“ oder „support person“. Sie sind/sie ist die Person, die den jungen Menschen am besten kennt, die sich sicher/er anfühlt, die etwas besser versteht, welche Situationen/Sachen Barrieren darstellen und welche was hilfreich ist. Sie sind/ist meistens die Person, die der junge Mensch zur Co-Regulation braucht.
In so vielen Situationen erleben sowohl junge neurodivergente Menschen, als auch ihre Eltern/safe persons Invalidierung, Gaslighting/Vorwürfe für den Umstand, DASS der junge Mensch diese Unterstützung und Nähe braucht; es wird nicht anerkannt, dass die jeweiligen Situationen und Dynamiken Barrieren enthalten, die das notwendig machen – und es entsteht der Druck, dass Eltern dafür Sorgen, dass es anders läuft.
Aufgrund dieser Erfahrungen brauchen junge neurodivergente Menschen oft noch mehr Co-Regulation, gerade wenn ihre safe persons z.B. telefonieren, Gespräche mit anderen Menschen führen oder an Veranstaltungen teilnehmen, aus vielen verständlichen Gründen.
Oft sind es gerade diejenigen Eltern/Personen, die die safe/persons der jungen Menschen sind, die sich für Neurodivergenz-bestätigende Veranstaltungen anmelden – und wenn diese bei Life-Veranstaltungen teilnehmen, kommt es verständlicher Weise häufig dazu, dass sie genau dann vermehrt gebraucht werden. Durch das Set Up kommt es erneut zu falschen Botschaften.
Einen Teil diesen Drucks nehme ich raus indem Teilnehmende im Vorfeld Anliegen und Fragen einsenden und anschließend Zugang zu Aufzeichnungen haben.
In dieser intimeren Runde wird es zusätzlich Möglichkeiten geben, durch Sprachnachrichten, Videoaufzeichnungen, Fragen/Kommentaren auf die Aufzeichnungen zu reagieren und mit Teilnehmenden in Austausch zu kommen.
Check-Ins in Einzelgesprächen und Nachrichten ExpandIch werde zusätzlich durch Einzelgespräche/Check-Ins mit Euch besprechen, welche Eurer Anliegen, die mir bereits bekannt sind, in die Gruppe passen könnten, und erfragen, mit welchen Themen ihr euch in dem Setting – auch mit Blick auf Privatsphäre der jungen Menschen (s. unten) wohl fühlt.
In denke, dass diese spezielle Konstellation Potential für Überschneidungen, Gemeinsamkeit und Verbindung bietet, wo sie auf den ersten Blick nicht offensichtlich ist.
Es ist mir ein Anliegen, diese Überschneidungen und Verbindungsmomente herauszuarbeiten, aber auch Raum für Erfahrungen, mit denen ihr euch alleine fühlt, zu schaffen.
Ablauf der ersten Sitzung ExpandIm Sinne von Priming, eines Check-ins, als zusätzliche Unterstützung und zur Klärung von Anliegen führe ich am Anfang der ersten Sitzung Einzelgespräche.
Ich werde am 14.01.2023 ab 9:00 Uhr das Meeting eröffnen und dann nacheinander einzelne Personen aus dem Wartebereich reinholen. Wir besprechen uns kurz (per Chat, Video, Audio je nach Präferenz). Danach geht die Person wieder in den Wartebereich und ich hole die nächste Person rein. Wir können kurz per Gruppenchat über Signal oder per PN an mich klären, wem es gerade passt, so dass Ihr nicht durchgehend bereit sein müsst.
Erst dann hole ich alle in das erste Gruppentreffen.
Während der Einzeltreffen übernehme ich die Gesprächsführung, so dass Ihr nichts vorbereiten müsst, aber gerne Ihr gerne Sachen ansprechen bzw. Fragen stellen könnt.
Ansonsten schaue ich hier vor allem, wie es Euch in Bezug auf die Gruppensituation und den Rahmen geht, biete mehr Priming an, wir schauen, ob Bedarfe da sind (manchmal ist was da, aber Personen können das nicht genau benennen; vielleicht kann ich dabei helfen, es zu benennen, oder wir nehmen das erstmal zur Kenntnis).
Hier geht es explizit auch darum, mögliche Barrieren/Schwiergkeiten für Euch in diesem Setting zu erfragen/zu benennen.
Zusätzlich können wir in Einzelgesprächen kurz Boundaries absprechen und mögliche Unsicherheit über Anliegen Eurerseits (was passt denn in die Gruppe?) klären.
Wenn bei Personen akute Anliegen anstehen, schaue ich gleichzeitig, ob/was davon wir mit Mehrwert für alle in der Gruppe besprechen können.
Ich plane damit, dass die Einzelgespräche nicht lange dauern werden, aber vielleicht kommt es anders – dann kommuniziere ich das in den Chat.
In der ersten gemeinsamen Runde wird es dann erstmal um das Zusammenfinden in der neuen Situation gehen.
Platz für junge Menschen ExpandIn Einzelsitzungen kommt es immer wieder vor, dass junge Menschen dazu kommen, wir – zumindest anfänglich – Platz für sie finden, und sie dann Interesse entwickeln, auch mit mir zu sprechen.
Leider ist oft so viel konkreter Inputbedarf an mich da, dass dieser Bedarf der jungen Menschen, dieser zarte Kontakt nicht priorisiert wird/werden kann.
Das möchte ich insgesamt – und auch in dieser Gruppenrunde – aufbrechen.
Gleichzeitig habe ich diese Art der Arbeit in dieser Konstellation und mit diesem zeitlichen Rahmen gewählt, damit wir bestimmte INHALTLICHE Arbeit endlich gemeinsam machen und ihr in bestimmten Themen weiter kommen könnt. Wir haben also durchaus AUCH Zeitdruck und was vor.
Vermutlich wäre es nochmal besser gewesen, wenn ich einen zeitlichen – und damit auch einen finanziellen – Puffer eingebaut und z.B. einen Rahmen mit mehr Stunden und 4-5 Monaten gewählt hätte, aber das wäre vermutlich für Euch nochmal schwerer finanziell machbar gewesen.
Also: auch das bleibt ein Experiment. Ich möchte einiges besprechen, ja. Abarbeiten. Aber ich möchte experimentieren und Wege finden, dass wir auch für den sehr verständlichen Stress für die jungen Menschen mit dieser Situation bzw. mit deren Bedürfnis, sicheren Raum zu bekommen, Platz finden.
Ich denke übrigens, dass es für junge Menschen nochmal schlimmer ist, wenn sie merken, dass in Kontakten mit mir, einem Neurokin und einer Person, die Euch hilft, den jungen Menschen besser zu unterstützen, oft doch kein Platz für sie ist.
Ich möchte hier auch kommunizieren: Lasst uns Prioritäten anders setzen und zur Not nochmal gut überprüfen, welchen zusätzlichen/ergänzenden Raum wir schaffen können, damit inhaltlich viel abzuarbeiten ist und junge Menschen in unseren Interaktionen nicht doch die selben Erfahrungen machen, die sie auch außerhalb leider machen.
Wie das aussieht, probieren wir aus. Meine Tür wird immer auf sein, mein junger Mensch wird dazu kommen. Eure sind auch willkommen – wenn wir dadurch inhaltlich gar nicht weiter kommen, denke ich, und vielleicht wir auf anderen Wegen nochmal nach.
