Anpassungen machen einen Unterschied

Wir reden oft von „fluktuierender Behinderung“ um zu beschreiben, dass viele autistische/ND Menschen manchmal eine Sache scheinbar problemlos „können“ und in anderen Momenten dieselbe Sache als enorm stressig bis dysregulierend zu erleben scheinen. Ich benutze eher die Formulierung „fluktuierender Zugang zu Kompetenzen“.

Was damit gemeint ist, ist oft schwer zu verstehen. Die „Performance“ im hier und jetzt baut immer auf der Akkumulation bis dahin auf – wie waren die letzten Minuten, wie waren die letzten Stunden/Tage/Wochen? Wieviel Stress ist bereits akkumuliert, wieviel angemessene Unterstützung hat die individuelle Person für ihre Bedarfe und ihr Nervensystem bekommen?

Selbst die Co-Occurencies (ich finde das Wort „Co-Morbidität“ dafür nicht so passend) fluktieren häufig. Eine Person kann auf dem Spielplatz sprinten und hüpfen und auf dem Rückweg aufgrund von (unerkanntem?) hypermobilen Ehlers-Danlos-Syndrom oder propriozeptiven Differenzen nur noch schwer gegen die Schwerkraft ankommen und muss getragen oder in irgendwas geschoben/gezogen werden.

Ich selbst kann in guten Momenten bei Burpees Workouts von athletischeren Personen mithalten und kann in anderen Momenten – wenn Mastzellenaktivierungs-Syndrom, diverse Neuropathien und Wirbelsäuleninstabilitäten getriggert sind – nur mit (viel) körperlicher Stütze durch andere Personen hochkommen bzw. den Raum wechseln.

Auch jenseits der Co-Occurencies (von denen die meisten autistischen/ND Personen mehrere haben) fluktiert der Zugang zu Kompetenzen sehr.

Da diese Fluktuationen oft schwer zu verstehen sind, habe ich diese hilfreiche Infographik von The Chronically Resilient OT übersetzt.